Verwandt- und Wissenschaft

Ich habe dieses Semester am vorklausurlichen Wochenende mal eine andere Strategie gewählt – ich bin weggefahren, zu meiner Cousine nach Tübingen, um dieses “Wir-sehen-uns-eigentlich-immer-nur-bei-Geburtstagen-und-Hochzeiten” nun endlich mal zu durchbrechen. Wie durch ein Wunder habe ich sogar meinen Rechner zuhause gelassen und habe mir lediglich ein paar Skripte mitgenommen.

Aber so ganz konnte ich mir der Thematik dann doch nicht entziehen (aber das wollte ich ja auch gar nicht), denn Rottenburg (da wo Lissy wohnt) habe ich erstmal als nettes Örtchen mit Bischofssitz, Seminar, Apotheken, Frisörsalons und Altenheimen (ich nehme an in jeglichen Formen) kennen gelernt. Und in Tübingen kehrten wir zunächst für ein Stück “Rehrücken” (jaja!) im “Hirsch” ein.

Hirsch - Begegnungsstätte für Ältere

Nachdem ich mich von Lissys Kochkünsten verzaubern lassen durfte (ich glaube den einen Nachtisch gibts demnächst in der KHG-Mensa), bin ich mit in die Abschlusssitzung eines Seminars zur Sprachwissenschaft (wohl auf französischem Hintergrund). Und da möchte ich mich doch durchaus mal kritisch zu diesem einführenden Seminar einer man möchte gar sagen nicht-hessischen (um alte Konflikte aus den harten Grenzzeiten wieder aufflammen zu lassen..) Universität äußern. Die ganze Zeit war damit gefüllt, Inventare der Sprache “Nirwanesisch” aufzustellen, eine Übung für das unausweichliche Szenario eines Lehramtskandidaten, sich im nirvanischen Dschungel wiederzufinden, alle Wörter der von den Einheimischen gesprochenen Sprache zu transkribieren, und den Häuptling anschließend (natürlich in fließendem Nirvanesisch) zu fragen, ob die Laute i und y die Bedeutung des Minimalbeispiels verändern. Wahrscheinlich würde man anschließend mit der nirwanesischen Machete durch den Dschungel gejagt… Aber da reicht wohl mein Verständnis für Morphome (das Wort finde ich widerum klasse! :P) und Phenole (ah nein, das war was anderes..) einfach nicht aus.
Während ich dann so in meinen Wok-Unterlagen blätterte, freute ich mich darüber, dass ich etwas studiere, dass mit “Life Science” beworben wird.

Bon… abends ging es dann noch in die Stiftskirche zu einer “Motette”, quasi einem Konzert des Südwestdeutschen Kammerchores, mit einem bezaubernden Stück von Eric Whitacre (“Lux aurumque”) und Kyries und Nunc dimittise (hallo Plural??) von Pärt, Schütz und de Prez.

Tischgebete Toaster

Beim Essen (also oft) kam ein kurioses Gerät zum Einsatz, der sog. Tischgebete-Toaster. Das bräuchten wir auch für die KHG-Mensa, damit wir nicht immer nach Guntram rufen müssen, wenn er mal wieder zu spät zum Essen kommt.
Abschluss fand der BW-Trip dann in einer kalten Tomatensuppe (yummy) und ostdeutschem Schokoladengebäck, sowie einer kurzen Visite bei Alex dem Großen in Stuttgart.

PS: Das Bild des “Hier kotzte Goethe”-Schilds ist leider nix geworden. Aber ich wusste gar nicht, dass Goehte in Tübingen war! Aber sowas verdrängt man ja auch, wenn man die Stadt sofort mit Claus Kleber assoziiert..

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1 Comment

Filed under cand. B.Sc. oec. troph., En route

One response to “Verwandt- und Wissenschaft

  1. Hey, schöner Beitrag. hat sich nett gelesen und mir sehr gefallen!
    Aber wenn Lissy in ihrer Sprachwissenschaftsklausur tatsächlich mit Morphomen statt Morphemen um sich schreibt, dürften die Punkte knapp werden. Die Gießener Sprachwissenschaft ist übrigens in der Ethnologischen Komponente deutlich fortschrittlicher als die Thübinger: WIR unterhalten uns nicht nur mit fiktiven Dschungelmenschen sondern auch mit außerplanetaren Lebensformen, hihi.
    Achja.. ums auf die Spitze zu treiben: In Lübeck kannste übrigens auch “Computational Life Science” studieren 😉

    Oops… das ist ja nur ein Kommentar… dann sollte ich vlt lieber selber weiterbloggen – Tschüss erstmal und Danke fürs Duschgel-Eis

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