Category Archives: B.Sc., cand. M.Sc. oec.troph.

Sex and Soccer

Ich habe gestern einen tollen Fußballabend bei Freunden verbringen dürfen. Auch wenn die Trauer über das Ausscheiden der deutschen Frauen immer noch spürbar war, ist das schon große Klasse, was in den Halbfinals geboten wurde. Zudem konnte ich vor dem Hintergrund meines letzten Moduls – Gender und Ernährung – interessante Beobachtungen machen. Denn so wie gestern gehört sich das eigentlich: Die Frauen sitzen vor dem Fernseher und gucken Fußball, der Mann bringt das Bier und kümmert sich in der Küche ums Essen. Pommes und Burger. Phantastisch! Wobei der Haushalt, in dem ich da zu Gast war, wohl auch nicht ganz gender-repräsentativ ist. Die Statistik würde die Merkmale “männlich, vegan” wohl als Berufskrankheit werten, um so die vorherrschenden Genderdifferenezn nicht anzukratzen und sie so weiter zu reproduzieren.

Was mich gestern noch sehr beeindruckte, war das Interview von Silvia Neid (oder sollten wir sagen: Silvia Knight?), in welchem sie den in der Enttäuschung aufgekommen Rücktrittsgedanken eine klare Absage erteilte. Ihre Motivation für das nächste Tunier hole sie aus dem Rückhalt, den sie u.a. in der Frauschaft erhalten habe, und das Anschauen der Halbfinals im Fernsehen habe sie, bei allem Bedauern, ganz heiß gemacht auf die EM. Nach verlorenem Viertelfinale sich in den Halbfinals für die Zukunft motivieren lassen – das finde ich schon ziemlich groß und hoffe, die Spielerinnen werden ihr nachfolgen!

Silvia Neid bleibt am Ball. Aber hautfarbene Hosen führen aus der Distanz zu Irritationen!

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Es ist passiert!

Nachdem ich am Mittwoch tatsächlich über die Definition der Wäsche-Restfeuchte geprüft wurde, welche ohne das Posting wohl in Vergessenheit geraten wäre, musste ich die letzten zwei Tage oft an einen Artikel von Prof. Fritz Breithaupt, ZEIT Campus Kolumnist, denken.

Wir bereiten uns zu zweit gerade tapfer auf die letzte Prüfung der Saison vor. Die betreffende Veranstaltung als Keyword-Wolke wäre wohl ein Cumulus fractus*, in welchem der Begriff “Verbund” die höchste Dichte aufwiese. Zur der haben letztlich auch mit fragendem Gesichtsausdruck unterlegte Aussprüche wie “tja… Verbund, Verbund!” in Richtung der Studierenden beigetragen. Um den Verbund herum kummulierten sich passgenau, bedarfsorientiert, haushaltszentriert, Case Management, Schulverpflegung, Akteure, Qualifikation, ganzheitlich, Synergieeffekte, ressourcenorientiert.
Aufgabe der Prüfungsvorbereitung ist nun, im Geiste oder auf Papier durch die Wolkenstockwerke zu wandern und zu schauen, was für ein Gebilde aus den vielen einzelnen Buchstaben – in der Meteorologie Wassertröpfchen – entsteht. Da wir es hier teilweise mit Wolkenfetzen zu tun haben, schien das eine sehr müsige Aufgabe, vor allem nach zwei Monaten sich Formeln, Defintionen und Zusammenhänge ins Hirn Pfeifen eine bedingt schöne Beschäftigung.

Man mag über die Effektivität unserer Lernmethode streiten und ich weiß auch nicht, in wie weit sie für Morgen Erfolg verspricht, doch beim gemeinsamen “Durchgehen des Stoffes” ist es dann plötzlich passiert. “Es” – das beschreibt Fritz Breithaupt mit Universität: “Die Universität ist eigentlich kein Ort, die Universität ist ein Ereignis. Es findet immer dann statt, wenn gemeinsam gelernt und geforscht wird.”

Es gelang uns nicht ein Mal, uns stringend von A bis Z einer der Units durchzuhangeln, denn es kam immer was dazwischen. Recherchieren, welches Pflegezeit-Konzept Ministerin Schröder da letztes Jahr vorgestellt hat. Wie man das eigentlich abändern sollte, um es besser den Bedarfslagen weiblicher Care givers anzupassen. Den Artikel in der ZEIT suchen, wo über die Studie zur Erwebstätigkeit von Eltern berichtet wurde. Einwerfen, dass in dem anderen Artikel eine Grundsicherung für Kinder vorgeschlagen wurde. Homosoziale Kooptation googeln. Und dann war da noch die Maybritt Illner Sendung zur Frauenquote. Erklären, warum frau dafür wäre. Wegen der homosozialen Kooptation. Und über die time and wage gap kommen wir dann ungefähr bei Q des bearbeiteten Themas raus. Aber dann kommt bald schon der demografische Wandel und Fachkräftemangel um die Ecke, der uns debattieren lässt, warum es eigentlich nicht mehr Betriebskitas gibt und dass, wenn man das ein bisschen weiter denkt, so langfristig die Attraktivität zukunftsträchtiger Berufe, nämlich der Pflege, gesteigert werden könnte.

Und auf ein Mal hat man das Gefühl, es ist passiert. Das war vielleicht gerade Universität. So völlig ungezwungen. Und vor allem eines nicht: konsumorientiert. Ob es in Bezug auf den sog. Leistungsnachweis die richtige Strategie war, ist daher durchaus fraglich. Doch so ein Universitätsgefühl (Spüre se was isch denk?!) ruft natürlich auch wieder Dr. Sheldon Cooper auf den Plan: I would like to remind you that in science, there is no such thing as failure!

 

*Bei stärkerem Wind können Haufenwolken auseinander gerissen werden. Man bezeichnet diese Wolkenfetzen, die rasch und mit sich ständig ändernden Umrissen über den Himmel getrieben werden, als Cumulus fractus (Cu fra). Sie sind typisch für die Wetterphase 6 (Wetterberuhigung). (s. Cumulus)

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Rein theoretisch hast Du praktisch keine Chance!

Als ich dieses Plakat das erste Mal auf dem WiWi-Campus gesehen habe, dachte ich zunächst, es handle sich vielleicht um eine pessimistisch-fatalistische Verwandschaft mit der Kampagne der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, die seit Oktober mit dem wahrheitsträchtigen Slogan “Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter” auf sich aufmerksam macht. Vielleicht als Aufruf, der theoretischen Wahrscheinlichkeit des “quasi” keine Chance Habens doch mutig etwas entgegenzusetzen.

Aber der Slogan auf dem Plakat birgt viel mehr sprachliche Finesse als ich zunächst dachte – es handelt sich nämlich um eine Kampagne des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte, mit der er auf seine Praktikumsbörse aufmerksam macht, da auf das Berufsziel ausgerichtete Praktika während des Studiums den Berufseinstieg erleichterten und immer mehr Unternehmen erste Praxiserfahrungen von Absolventen erwarteten. Ich bin begeistert, auch wenn ich das Bild in dem Zusammenhang für einen Fehlgriff halte. Dr. Christine Bergmann (die genannte Beauftragte) sollte unbedingt ein Plakat daneben hängen. Und noch an viel mehr Orten. Prinzipiell.

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Diversity

Vier Erkenntnisse aus vier Vorlesungen:

Spezielle Disziplinen der Wohlfahrtsfürsorge haben großes Interesse an der Nicht-Leistungsfähigkeit der kurativen Medizin.

Die Produktionsprogrammplanung als Bestandteil der operativen Planung unter Annahme gegebener Potenziale (Beschaffung, Produktion, Absatz) und i.d.R. auch unter Sicherheit wird in der Praxis über Kosten- und Erlösgrößen fundiert.

Die Restfeuchte wird definiert als xf = mW/mTr0 × 100 %. Dabei ist xf die Restfeuchte, mW die Masse des Wassers und mTr0 die Masse der trockenen Wäsche mit 0 % Restfeuchte. mW ergibt sich aus der Differenz der Masse der feuchten Wäsche mF und der trockenen Wäsche mTr0: mW = mF mTr0.

Es zeigt sich eine Wahrnehmungsresitenz gegenüber der Bedeutung der generativen Haus- und Sorgearbeit in nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen.

 Und weiter geht’s.

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Schlagzeilen

*** Übe-Bilanz 2010***
Am Anfang habe ich nur im Keller gesungen, im Sommer habe ich mich ins Café Matilde getraut und mittlerweile empfinde ich sogar die Größe des Ketteler-Saals nicht mehr als Bedrohnung sondern manchmal fast sogar schon als Bereicherung. Nur wenn’s kalt ist, geh ich trotzdem in den Keller. Kleiner Raum = schnell warm!

*** Neue Berufskrankheit***
Nachdem frau sich ja oft kaum dagegen wehren kann, beim Erblicken fremder Menschen sofort eine Milieu-Zuordnung vorzunehmen (was besonders spannend ist, wenn das Milieu recht homogen ist, wie z.B. in Wertheim-Village), nimmt der demografische Wandel nun konkret bedrohliche Züge an: Da er ja an allem Schuld ist, hat er natürlich auch die Finanznot des Gesundheitssystems zu verantworten. Das schreit nach volkswirtschaftlich neutralen Behandlungen von ungeschicklichkeitsinduzierten Verletzungen. Soll das Gebrechen seine Funktion als Conversation Starter jedoch nicht verlieren, sollte es jedoch möglichst professionell verpackt sein.

***Gegenderte Pfeifen***
Wikipedia schreibt in ihrem Artikel über Pitchpipes: Different pipes are available for men and women due to the differences in vocal range: male singers most often use F-F pipes, while female singers favor C-C pipes. Als ich Support Singer in Taizé war, hatten wir neben dem Mikro immer einer F-F Pitchpipe liegen. Dabei ist der Job des Support Singers wie jeder andere dort ganz klar gegendert.

***Neues Garverfahren***
Jetzt haben wir doch glatt mal was Alltagstaugliches an der Uni gelernt! Broccoli avanciert gerade zu meinem neuen Lieblingsgemüse, da er wunderbar einfach zuzubereiten ist: frischen rohen Broccoli klein schneiden und mit etwas (wenig!) Wasser abgedeckt für 5 Minuten in die Mikrowelle stellen.
Fazit: Knackig bissfest bei minimalem Energieverbrauch (ca. 1/3 im Vergleich zum Kochen)

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Zukunft gesichert

Es ist ja nach fast zwei Monaten nun schon ein leidiges Thema, aber eines von höchster Aktualität, deshalb mus sich nochmal darauf zurückkommen. Diese Woche steht in der ZEIT ein Artikel über die Digitalisierung deutscher Bibliotheken. Darin heißt es:

Die wichtigsten Verbündeten des Projekts sind die großen wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Fast alle stehen dem digitalen Traum sehr positiv gegenüber – die größten Bücherfans sind auch die größten Anhänger der Scan-Projekte. Die Bibliotheksdirektoren haben in den vergangenen Jahren feststellen können, dass jeder Digitalisierungsschritt nicht weniger, sondern mehr Menschen in ihre Büchertempel getrieben hat. Das mag paradox klingen. Aber wenn ein Buch leichter zu finden ist, dann wird es auch öfter gelesen. Und die Bibliothek ist immer weniger ein bloßer Aufbewahrungsort für Bücher. Gerade die durchs Internet sozialisierten Studenten schätzen sie als Ort der Muße, der Begegnung, der gemeinsamen Arbeit.

Bei uns wird leider noch kein digitaler Traum geträumt. Man verharrt vielmehr in einem angsterfüllten digitalen Alptraum. Die Gründe mögen hier in großem Maße auch struktureller Natur sein, es offenbarte sich in der ein oder anderen Ecke jedoch auch ein gewissen Aversion gegen die digitale Informationsverarbeitung. Und da reden wir noch gar nicht vom Scannen von Büchern, sondern vom Umgang mit ihrer elektronischen Erfassung. Doch man sollte umdenken! Denn wenn die handschriftliche Inventur erst einmal abgeschlossen ist, ließe sich dann mit Leichtigkeit eine neue Aufgabe für die Betroffenen finden: 28.900 Bücher durch einen Flachbettscanner jagen. Damit die Bibliothek als ein Ort der Muße, Begegnung und gemeinsamen Arbeit gewahrt wird.

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Desertation statt Dissertation

Ich muss heute Abend mal was ausgesprochen Positives aus meinem Studium posten.

Ich gehe jetzt fremdstudieren. Also nicht so halbherzig wie bei den Theologen damals, sondern so richtig, mit Genehmigung, bei den WiWis. Das Ausmaß des Schockzustandes in der ersten Vorlesung diese Woche kannte ich, allerdings befand sich die Amplitude diesmal oberhalb der X-Achse. Die Dozentin begann die Vorlesung mit Hinweisen zu einer Hochschulbefragung, die wir nicht zum Anlass nehmen sollten um Frust abzulassen, dafür stelle sie sich zur Verfügung. Außerdem sprach sie sich gegen einen hierarchischen Geist an der Universität aus und wünscht sich, dass Dozenten nicht aufgrund ihres Titels, sondern aufgrund ihrer Arbeit und Kompetenz respektiert werden. Mir schoss ein “Was machen die denn hier??” durch den Kopf und ich war von der Wahrhaftigkeit, mit der sie das sagte, völlig faszniert. Und das änderte sich auch nicht, als sie mit dem richitgen Teil der Vorlesung begann. Am Ende hatte ich die Funktion von Controlling verstanden, hergeleitet aus dem Grundmodell der Entscheidungstheorie, und spürte seit langem mal wieder so ein das-wird-spannend-Kribbeln (wenn auch wahrscheinlich richtig hart!).

Also, Fazit: Sich einfach mal was trauen (denn einfach wird das wohl nicht). Und wahrhaftig sein. Pilutta dig!

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