Category Archives: En route

On Privacy

There is something very private about public toilets. The moment you lock the door you are with yourself only, be it in a clean and friendly or in a yucky environment.

I must admit, I was not aware of this privacy being a key aspect of public toilets until I saw this totally public toilet in a coffee house in Vienna, Austria. I was left in disorientation and confusion – and with my very basic needs.

Public Toilet in Viena

For all those who would like to pee at Alt Wien Kaffeehaus – the door turns non-transparent when locked.

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Filed under curioso, En route

Abgefahren

In Frankfurt einsteigen, am Mittelmeer wieder raus. Zwar nicht non-stop, dafür ohne Umstieg rast der TGV mit bis zu 320 Sachen Richtung Süden und kommt zum ersten Mal mit uns an Bord nach gut 1000 Kilometern und weniger als acht Stunden pünktlich in Marseille an. Fast wie fliegen – nur nahezu unschlagbar in Ökobilanz und Preis (Hin- und Rück-Fast-Flug für 80 Euro). Und das Glück darüber, auch als in Deutschland Lebende an der französischen Eisenbahn-Ingenieurskunst teilhaben zu dürfen. Allez les Bleus!

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Paradiso

Ich erinnere mich immer wieder an eine Seite in meinem Französisch-Buch, auf der das neue Thema »Glück« begonnen wurde. In der Überschrift stand die Frage »Was ist Glück für euch?«.

Meine Antwort auf diese Frage hat sich – bei einigen Konstanten – so sehr gewandelt, wie es mein Leben tat. Früher waren es die Entdeckungsreisen, die inneren und die »echten«, mit viel Input, neuen Menschen, Erfahrungen, Dingen, die es zu erleben gab. Neues auf dem Weg entdecken und dabei vielleicht irgendwann das Zuhause finden.

Heute war das Glück ein Tag im Luxus – der Luxus, das Zuhause gefunden zu haben und dieses Zuhause für einen Tag aus dem Alltag hinaus an einen idyllischen Ort zu nehmen, dessen größtes Angebot seine Armut an Reizen war. Das Auge umgeben von mindestens 300° grünen Wiesen und Wald, im Ohr nur das Plätschern des Wassers und ein paar Schafe. Raum, um sich zu spüren, die Erfrischung im Wasser, die Zartheit der Haut, die Wärme des Feuers, die Liebe, die in der Seele wohnt. Die Liebe, die sich freut, über das, was sie in der Seele mitgestalten darf und darauf wartet, all die verbleibende Angst zu verdrängen. Die Freude und Dankbarkeit über die Sonne, die uns jeden neuen Tag schenkt und die Natur, die tausendfache Wunder vollbringt und wachsen lässt, was wir zu Leben brauchen (und diesen ekligen Glibber-Wurm). Wie kann man diese Welt durchstreifen, wie kann man lieben ohne wenigstens die Hoffnung zu haben, selbst auch in Liebe mit all dem beschenkt worden zu sein?

Paradiso in der Schwalm

Paradiso in der Schwalm

In dieser Ruhe war liebevoll ein kleiner Zeltplatz mit einem Schäferwagen und einem Naturschwimmteich angelegt, dazu ein Steg mit einer Paletten-Lounge.

Das Glück für mich, das ist die Liebe. Und heute zum ersten Mal ein einsamer Zeltplatz mit Teich und Lounge und Feuer und Schäferwagen mit dicker Federdecke. Raum zum Spüren. Und das ganz nah.

 

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Testosteronbefreiter Tango

Bodo Warte & The Capital Dance Orchestra: Swingende Notwendigkeit (Foto: Carsten Dapper)

Bodo Warte & The Capital Dance Orchestra: Swingende Notwendigkeit (Foto: Carsten Dapper)

Manchmal ist es doof, wenn Künstler sich weiterentwickeln, weil sie dann nicht mehr unbedingt das tun, was man die ganze Zeit so großartig an ihnen fand. Dann muss man sich entweder mitentwickeln, oder sich einen neuen Rock-Star/Kabarettisten/Schauspieler suchen. Auch bei Bodo Wartke hatte ich große Angst davor. Denn Bodo machte immer grandiose Kunst. Alleine am Klavier, die Reduktion auf das Wesentliche, intelligenter Humor eines unschuldig wirkenden, talentierten Pianisten, der aus “Klavierkaberett” alles rausholt, was drinsteckt.

Bei “Klaviesdelikte” erwischte ich mich das erste Mal mit einem skeptischen Blick, als Bodo Ukulele spielte oder dem Klavier mit einer Hand untreu wurde, um Percussion-Instrumente zu bedienen. Daher beäugte ich auch die Idee der “Swingenen Notwendigkeit” zunächst skeptisch, da ich nicht wusste, ob ich die vom Künstler geforderte Entwicklung im Stande war mitzugehen. Dann bekam ich allerdings Karten geschenkt und die Skepsis wurde sehr schnell von größter Vorfreude verdrängt, schließlich kann man bei Bodo Live ja prinzipiell nur alles richtig machen.

Und es stellte sich raus – richtiger geht’s gar nicht. Bodo bot einen bunten Ritt durch seine bisherigen Programme, geführt von The Capital Dance Orchestra unter der Leitung von David Canisius, das von Bodo mit immer neuen musikalischen Herausforderungen beauftragt wurden. Sie spielten alles von Swing über Walzer, Ching Chang Chong, testosteronbefreitem sowie -geladenem Tango und Piano-Salsa bis zu einer Heavy Metal-Einlage alles, was Bodos Stücke und eine für das Programm neu komponierte swingende Notwendigkeit hergeben.

Als Fan hatte ich es damit recht einfach: es gab allerhand bekanntes Liedgut in quasi der XXL Version – sozusagen Dance Music Cabaret Deluxe. Und da Bodo nun nicht mehr an seinen Klavierhocker gefesselt war, tanzte er beeindruckend, stilsicher und gut gelaunt durch das musikalische Programm, ohne dass ein Kernelement – Humor, Intelligenz, gute Musik und viel Talent – auf der Strecke geblieben wäre. Zwar wirkte die nur halb besetzte Siegerlandhallte beim Mitswingen am Anfang recht behäbig, doch das bin ich ja gewohnt – Schunkeln und fasziniertes Dauergrinsen in Mitten versteinerter Minen (wobei ich an dem Abend damit wirklich nicht alleine war und das Publikum dann recht bald auftauchte).

Wirkungsvoll untermalt wurde das Musikfest von einer fein ausgeklügelten Lichtregie, die beim romantischen Highlight “90 Grad” in liebesrötlicher Saalverkleidung gipfelte. Gott sei Dank habe ich mir das nicht als Single angetan, ich wäre vor Sehnsucht zerschmolzen. Jetzt musste ich nur aufpassen, dass ich die Hand, die ich in der Hand hielt, nicht vor Freude zerquetschte.

Einziges störendes Element in der zweiten Hälfte des fast dreistündigen Programms: Die zwei rotgekleideten Backgroundsängerinnen, die nicht so ganz in das musikalische Erlebnis passen wollten und deren Inszenierung die Frau an sich doch etwas auf das Banale zu reduzieren schien. Die beiden hatte das Programm nicht nötig und ich hoffe, dass Bodo mir diese Entwicklung, die meines Erachtens künstlerisch wenig Mehrwert brachte, nicht aufzwingen wird. Doch die Kostprobe auf die Zukunft machte Mut – ein Stück aus dem neuen Soloprogramm.

Bis dahin und in Zukunft immer wieder gerne ein Bodo-Capital-Dance-Orchestra-Erlebnis!

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»Homo« ist doch wie »vegan«

Es ist ein später Spätsommertag, an dem die Sonne in die Dresdner Altstadt strahlt. Sie hat sich mit ausreichend Kraft in den November geschleppt, um draußen zu frühstücken, inmitten all des historischen Kitsches, wie der vorbeiziehenden Kutschen, die uns bereits seit zwei Tagen das Wochenende versüßen. Am Nachbartisch sitzen vier junge Männer, angeregt in ein Gespräch vertieft.
Während wir Kaffee schlürfen,  Schokocroissants knabbern und uns verträumt-verliebt anschauen, hören wir einen der vier am Nachbartisch sagen

»Homo ist doch wie vegan, das Wort wird viel zu oft benutzt!«

Das unerwartete Postulat lässt uns unseren Kaffee über den Frühstücksteller prusten und vor Lachen das Croissant aus der Hand fallen. Der Mann schaut grinst uns an,  »is doch so!«, wir grinsend bestätigend zurück.

Die vier diskutieren noch weiter über’s Homo-Sein, während wir beide uns wieder unserem Verliebt-Sein widmen und uns in der Spätsommerkulisse sonnen. Nach einiger Zeit stehen die Männer auf, bezahlen und bevor sie gehen, kommt »homo-vegan« zu uns rüber und sagt »Danke«. Danke für unser süßes Verliebt-Sein, mit Streicheln, Lächeln und Küsschen. Er habe zwei Frauen lange nicht so gesehen, die meisten Frauen, die er an diesem Wochenende getroffen habe, gingen zu einem romantischen Kitschwochenende wohl Holzhacken.
Unser Frühstück hatte ihn sichtlich gerührt. Und seine Freude und Offenheit uns. Danke.

Frauenkirche

 

 

 

 

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Filed under En route, LoveForEveryone

No luxury without poverty

Contrasts

On the streets of Venice, Italy

There is no luxury without those providing it. I can call myself lucky to be on the release end of my camera.

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…and never forget what is given to you

Sometimes, people come into your life, maybe for two minutes, maybe for two hours, they touch your soul, they leave, and you might never see them again. But they made you richer.

May 22, 2013. I’m in Berlin. Business. I planned to spend the evening with a friend but he cannot make it. So what to do alone in Berlin? Yeah, why not going to the opera, maybe there’s some remaining tickets. Quite naïve – to think there are remaining tickets for The Flying Dutchman on Wagner’s 200th birthday at the Berlin Staatsoper. For about one and a half hours I stand outside the theater, 12°C, rain. I am offered some black market tickets but I have to decline.

I start to think about what else to do – a bar, TV in the hotel, just wandering around. Ten minutes before the performance starts, a polite young man approaches me and asks whether I am still looking for a ticket. I say yes and he offers me the seat next to him to an incredibly cheap price. »It’s the last row, that’s why it’s so cheap. We’re gonna sit together…« I don’t even start to think how lucky I became, he continues »my partner died, we had a subscription together… none of my friends had time to come tonight, so I thought I’m gonna go and at least make someone happy tonight…«

I am chosen to be made happy this evening. I am stunned and deeply touched. We walk in together and take our seats. They turn out to be like a little loge, being slightly separated by a handrail and an aisle. Never before, I have taken a seat in a theater with more humility.

»At least I make someone happy…« There’s great tragic in it, but also a profound goodness in this man. The Flying Dutchman is fabulous, but more touching than that are the circumstance under which I get to watch it. I am happy about an opera evening and far more grateful for a lesson in life.

Rose

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