Category Archives: Life in Gießen

Einfach mal Ja sagen

Man muss auch einfach mal Ja sagen. Zum Beispiel, wenn man an der Abendkasse steht und jemand fragt “braucht jemand noch zwei Freikarten?”. Dass da “Reihe Nr. 1” aufgedruckt sein würde, konnte in dem Moment ja keiner ahnen.
Und so gab es Johannes-Passion hautnah – berührend und intensiv genug, um spontan den Entschluss zu fassen, auf alles zu versichten, was das Erlebnis wieder kaputt machen könnte. Dazu zählt die musikalische Fassung von Heinrich Rohr mit den wunderschön auskomponierten Stellen “der Diener hieß Malchus” und “denn es war kalt”, sowie das Ereignis in gelesener Form mit fragwürdiger Rollenbesetzung (“Lesen Sie dann den Evangelisten?” – “Nein, ich bin schon der Erzähler.”)

Man munkelt ja, es gebe Orchester, die keinen Bach spielen könnten – das Main-Barockorchester gehört (besser ist das!) definitiv nicht dazu!! Auch wenn das Stimmen der historischen Instrumente eine komplizierte Angelegenheit zu sein scheint. Einziger Wehmutstropfen des Abends war, neben dem Altus, der mich irgendwie kalt lies, dass man in der damaligen Zeit mit dem Gender-Mainstreaming noch nicht so weit war wie heute. Denn wie grandios wäre es gewesen, hätte die Sopranistin Gabriele Hierdeis neben ihren zwei Arien auch noch den Evangelisten singen dürfen! Der Arien erste (Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten) war mein persönlicher Höhepunkt des ganzen Abends, bei dem weder das “freudige Folgen” schwer fiel, noch die Bitte “höre nicht auf”, als die Worte “zu ziehen, zu schieben” als innerer Zug und Ruck spürbar wurden.

Herzlichen Dank dem großzügigen Kartenspender!!

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reduzierte Onlineaktivität

aufgrund von Herztod des technischen Mediums und Nagelkranzfraktur der Benutzerin (nicht durch Sport, sondern Aldi!), kompensiert durch auswärtige Ersatztätigkeit für die Unter- und Oberschicht (Tafel und Theater), spannende Kombination.

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Girl Talk

Letzte Woche habe ich ein Praktikum bei einer gemeinnützigen Hilfsorganisation begonnen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter dort sind überwiegend Pensionäre, die – konstitutionsbedingt weitgehend nach Geschlecht getrennt – verschiedene Aufgaben übernehmen.

Die ersten Tage war ich mit den älteren Herren unterwegs, die sich dann über denn Tennisclub unterhielten, die Gartenarbeit (viel Gartenarbeit), den Atomstrom oder was man halt so gerade im vorbeifahren sah. Ende der Woche habe ich mit den Ladies zusammengearbeitet, die dann naturgemäß doch sehr viel redseliger waren. Eine fragte mich im Gießener Slang (das ist nicht so schlimm wie Monnemer Muddersproch, aber trotzdem nicht schön), ob ich denn bei der Professor M. da sei. “Die war gestern wieder in der Zeitung gewesen! Ich weiß aber net, was se gemacht hat!” Während der intensiven Beleuchtung der Gießener Ärztelandschaft fühlte ich mich fast versucht mitzureden, als die Namen meiner Hausärztin, meiner Internistin und meines Zahnarztes gefallen waren. Ahhhh, das Gesundheitswesen… Danach wurde sich noch zur Atom-Demo verabredet, als würde man abends Doppelkopf spielen gehen. “Machen wir wieder so wie gestern, ne?!” Sehr cool!

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Mmmh lecker

Bin gespannt, wie lange der aktuelle Pferdestallbesitzer mit diesem kulinarischen Angebot durchhält. 

(Every monday bones all you can eat)

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Winter Impressions

Allured by the sun, I left my papers for a little walk through the “park” last Sunday after gratefully enjoying nice company and a huge plate of noodles in town (I should start taking Tupperware containers with me whenever I’m eating out). Some pictures turned out to be a bit apocalyptic.

See all photos.

 

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Choral Evensong Konzert

Nach einem erfolgreichen Eat-Sleep-Sing-Wochenende präsentiert der Kammerchor der KHG proudly sein aktuelles Projekt:

Choral Evensong –  deutsche und englisch Chor- und Orgelmusik in der Tradition des Anglikanischen Abendgebets

Konzert in der St. Bonifatiuskirche Gießen
Sonntag, 30. Januar 2011, 17 Uhr

Kammerchor der KHG Gießen unter der Leitung von Ralf Stiewe,
Eva-Maria Anton-Sokoli, Orgel

Eintritt: 10 €; Schüler/Studenten 4 €; Kinder bis 14 Jahre frei

Die Aufführenden sowie die Akustik meiner Lieblingskirche versprechen ein feines musikalisches Erlebnis mit einem herzerweichenden Finale!

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Yet another episode of this story

The Big Bang Theory, S02E15, The Maternal Capacitance

Leonard (entering on the phone): I’m really very busy. Is there any way that we can put this off until I have more time to prepare? Of course. But, uh, you understand my trepidation.

Penny: What’s that about?

Howard: Not a clue.

Leonard: Can’t we just postpone it till the spring? Maybe next summer?

Sheldon: This should be fairly easy to deduce. He’s holding the phone to his left ear. Ears do not cross hemispheres, so he’s using the analytical rather than the emotional side of the brain, suggesting that he has no personal relationship with the caller.

Leonard: No, I didn’t realize it had been so long. Sure, I guess there’s no other choice but to just go ahead and do it.

Sheldon: He’s referring to an activity he has done before. It’s unpleasant and needs to be repeated. This suggests some sort of invasive medical test, like perhaps a colonoscopy.

Leonard: Aren’t there any other options? There’s not a lot of room, it’s gonna be uncomfortable.

Sheldon: Yes, yes. Yeah, I’m definitely going with colonoscopy.

Leonard: Okay, bye.  — My mother’s coming to visit.

Howard: How about that, you were right.

Thoughts and (virutal) hugs do support when suffering from trepidation. This I say full of graditude.

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