Category Archives: Zeitig

Es ist passiert!

Nachdem ich am Mittwoch tatsächlich über die Definition der Wäsche-Restfeuchte geprüft wurde, welche ohne das Posting wohl in Vergessenheit geraten wäre, musste ich die letzten zwei Tage oft an einen Artikel von Prof. Fritz Breithaupt, ZEIT Campus Kolumnist, denken.

Wir bereiten uns zu zweit gerade tapfer auf die letzte Prüfung der Saison vor. Die betreffende Veranstaltung als Keyword-Wolke wäre wohl ein Cumulus fractus*, in welchem der Begriff “Verbund” die höchste Dichte aufwiese. Zur der haben letztlich auch mit fragendem Gesichtsausdruck unterlegte Aussprüche wie “tja… Verbund, Verbund!” in Richtung der Studierenden beigetragen. Um den Verbund herum kummulierten sich passgenau, bedarfsorientiert, haushaltszentriert, Case Management, Schulverpflegung, Akteure, Qualifikation, ganzheitlich, Synergieeffekte, ressourcenorientiert.
Aufgabe der Prüfungsvorbereitung ist nun, im Geiste oder auf Papier durch die Wolkenstockwerke zu wandern und zu schauen, was für ein Gebilde aus den vielen einzelnen Buchstaben – in der Meteorologie Wassertröpfchen – entsteht. Da wir es hier teilweise mit Wolkenfetzen zu tun haben, schien das eine sehr müsige Aufgabe, vor allem nach zwei Monaten sich Formeln, Defintionen und Zusammenhänge ins Hirn Pfeifen eine bedingt schöne Beschäftigung.

Man mag über die Effektivität unserer Lernmethode streiten und ich weiß auch nicht, in wie weit sie für Morgen Erfolg verspricht, doch beim gemeinsamen “Durchgehen des Stoffes” ist es dann plötzlich passiert. “Es” – das beschreibt Fritz Breithaupt mit Universität: “Die Universität ist eigentlich kein Ort, die Universität ist ein Ereignis. Es findet immer dann statt, wenn gemeinsam gelernt und geforscht wird.”

Es gelang uns nicht ein Mal, uns stringend von A bis Z einer der Units durchzuhangeln, denn es kam immer was dazwischen. Recherchieren, welches Pflegezeit-Konzept Ministerin Schröder da letztes Jahr vorgestellt hat. Wie man das eigentlich abändern sollte, um es besser den Bedarfslagen weiblicher Care givers anzupassen. Den Artikel in der ZEIT suchen, wo über die Studie zur Erwebstätigkeit von Eltern berichtet wurde. Einwerfen, dass in dem anderen Artikel eine Grundsicherung für Kinder vorgeschlagen wurde. Homosoziale Kooptation googeln. Und dann war da noch die Maybritt Illner Sendung zur Frauenquote. Erklären, warum frau dafür wäre. Wegen der homosozialen Kooptation. Und über die time and wage gap kommen wir dann ungefähr bei Q des bearbeiteten Themas raus. Aber dann kommt bald schon der demografische Wandel und Fachkräftemangel um die Ecke, der uns debattieren lässt, warum es eigentlich nicht mehr Betriebskitas gibt und dass, wenn man das ein bisschen weiter denkt, so langfristig die Attraktivität zukunftsträchtiger Berufe, nämlich der Pflege, gesteigert werden könnte.

Und auf ein Mal hat man das Gefühl, es ist passiert. Das war vielleicht gerade Universität. So völlig ungezwungen. Und vor allem eines nicht: konsumorientiert. Ob es in Bezug auf den sog. Leistungsnachweis die richtige Strategie war, ist daher durchaus fraglich. Doch so ein Universitätsgefühl (Spüre se was isch denk?!) ruft natürlich auch wieder Dr. Sheldon Cooper auf den Plan: I would like to remind you that in science, there is no such thing as failure!

 

*Bei stärkerem Wind können Haufenwolken auseinander gerissen werden. Man bezeichnet diese Wolkenfetzen, die rasch und mit sich ständig ändernden Umrissen über den Himmel getrieben werden, als Cumulus fractus (Cu fra). Sie sind typisch für die Wetterphase 6 (Wetterberuhigung). (s. Cumulus)

Advertisements

Leave a comment

Filed under B.Sc., cand. M.Sc. oec.troph., Zeitig

Zukunft gesichert

Es ist ja nach fast zwei Monaten nun schon ein leidiges Thema, aber eines von höchster Aktualität, deshalb mus sich nochmal darauf zurückkommen. Diese Woche steht in der ZEIT ein Artikel über die Digitalisierung deutscher Bibliotheken. Darin heißt es:

Die wichtigsten Verbündeten des Projekts sind die großen wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Fast alle stehen dem digitalen Traum sehr positiv gegenüber – die größten Bücherfans sind auch die größten Anhänger der Scan-Projekte. Die Bibliotheksdirektoren haben in den vergangenen Jahren feststellen können, dass jeder Digitalisierungsschritt nicht weniger, sondern mehr Menschen in ihre Büchertempel getrieben hat. Das mag paradox klingen. Aber wenn ein Buch leichter zu finden ist, dann wird es auch öfter gelesen. Und die Bibliothek ist immer weniger ein bloßer Aufbewahrungsort für Bücher. Gerade die durchs Internet sozialisierten Studenten schätzen sie als Ort der Muße, der Begegnung, der gemeinsamen Arbeit.

Bei uns wird leider noch kein digitaler Traum geträumt. Man verharrt vielmehr in einem angsterfüllten digitalen Alptraum. Die Gründe mögen hier in großem Maße auch struktureller Natur sein, es offenbarte sich in der ein oder anderen Ecke jedoch auch ein gewissen Aversion gegen die digitale Informationsverarbeitung. Und da reden wir noch gar nicht vom Scannen von Büchern, sondern vom Umgang mit ihrer elektronischen Erfassung. Doch man sollte umdenken! Denn wenn die handschriftliche Inventur erst einmal abgeschlossen ist, ließe sich dann mit Leichtigkeit eine neue Aufgabe für die Betroffenen finden: 28.900 Bücher durch einen Flachbettscanner jagen. Damit die Bibliothek als ein Ort der Muße, Begegnung und gemeinsamen Arbeit gewahrt wird.

Leave a comment

Filed under B.Sc., cand. M.Sc. oec.troph., Zeitig

Klimakrise

Die Grabenkämpfe zwischen den Lehrstühlen nennt man das Klima am Fachbereich. Man spricht von einem guten Klima, wenn die Burgherren sich auf dem Gang grüßen.

Schon lange wollte ich diesen Artikel posten, habe ihn aber erst jetzt bei ZEIT Campus online gefunden. Ich habe herzlich gelacht.

Raus aus der Burg (Prof. Fritz Breithaupt)

Leave a comment

Filed under B.Sc., cand. M.Sc. oec.troph., Zeitig

Katholische Apfel Pizza

Vor einigen Monaten habe ich mal mit Sankt W. Pizza essen wollen und wir loteten die Möglichkeiten aus, die wir hatten, die Pizza zu machen. Er kam dann natürlich sofort mit einer passenden Analogie – wir können sie protestantisch oder katholisch machen. Also tiefgekühlt oder mit selbstgemachtem Teig. Wir entschieden uns dann für die halb-katholische Variante (fertiger Teig mit eigenem Belag).

An diesen Moment musste ich gerade denken, als ich einen Artikel las, in dem Google und Apple miteinander verglichen werden – die Suchmaschine karg-protestantisch, der angebissene Apfel aus dem Paradies mit sinnlich-katholischer Ausrichtung. Und ich dachte, nur Sankt W. käme auf solche Gedanken…

Eine Frage des Glaubens

Der asketisch leer gefegte niederländische Kirchenraum, wie die Suchseite, die karge Pfarrhausästhetik der Ergebnislisten… sehr schön!

Leave a comment

Filed under Et unam sanctam catholicam..., Zeitig

Familienkrise

So, nachdem ich ständig irgendwelche Zeit-Artikel an diverse Leute maile, gibt es jetzt eine neue Kategorie dazu. Und ich starte heute etwas unspektakular mit einem kurzen Artikel, der sich gegen den Verfall der Familie wehrt:

Gefühlte Krise

 Schmunzeln musste ich ja bei dem zweiten Kommentar, da hat sich gleich wieder ein ungläubiger zu Wort gemeldet… so jemand käme hier ja nicht weit! Und was den Zeitpunkt des Weltuntergangs betrifft – im Haus ist ja das Datum 12.06.2011 im Umlauf – da sehe ich schwarz…

Leave a comment

Filed under B.Sc., cand. M.Sc. oec.troph., Zeitig