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Loud and soft in the grandest fashion

Is it good “requiem etiquette” to play an encore? The Sanctus? Arguable. But if you had a look into the first row, you saw a soloist who had been highly concentrated for two hours smiling like a child, for the whole encore. In a way, that rendered the question mute.

Another Verdi concert, another love story. I fell in love with the drum. The quivering of the stage. The Maestro’s punching. The Lacrymosa. The joy. The forte and the piano of a marvelous composition that was brought alive by about 300 women and men.

Some people say they don’t like to go to requiem concerts because of the dark and grave atmosphere. This music is profound, indeed. It is to be performed with devotion and respect to the decedents and the celebration of Mass. But the music surpasses this. To perform it is a most vibrant act, a celebration for the living.

Everyone on stage should strive to perform at their best, but what matters in the end is what really touched us and made us feel alive. This music is revolutionary! I can only agree on that with Joyce DiDonato. In performing this music, we invite you to go through all these emotions, we offer the soul a ground to play on. All you need to do is to be open for whatever reaches you.

So cry! Cheer! Smile! Suffer! Be child-like! Marvel! Sleep! Tap your feet! Be revolutionary!

Just turn off your electronic and wireless world for a moment and face the unamplified, the purity of the human voice and instrumental play – in its softest piano and most tremendous power (both of which Verdi worked out masterfully).

Is it good requiem etiquette to applaud cautiously? To be serious and unsmiling? To perform in a sports arena? To conduct as if you were punching the drummer? To cheer like crazy for the musicians?

It is good etiquette to feel, to be vibrant, to express emotions.

Verdi Requiem at Rittal Arena Wetzar - Gießener Anzeiger Nov 18, 2013

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A Love Story

Es war ein aufregender Abend gewesen, als wir uns das erste Mal trafen. Überraschend, faszinierend, bewegend und unvergesslich. Von da an begleitete sie drei Monate lang meinen Alltag, teilte Emotionen und trug mich davon.

Zweieinhalb Jahre später sitze ich hier mit ihrer jüngsten Schwester. Am Anfang meinte jemand, die sei etwas einfacher gestrickt (heute sagt er mit strahlendem Gesicht nur ein Wort: „Geil!“). Mit tiefem Respekt möchte ich entgegnen „mag sein“. Doch bereits bei unserer ersten Begegnung vor einigen Wochen wurde offenbar, dass auch sie etwas dieser faszinierenden Schönheit in sich trägt, mit der ihre „ältere Schwester“ mich verzauberte. Der beiden Vater hatte mein Herz getroffen – er ist Giuseppe Verdi.

Und sie – sie ist unsichtbar. Sie ist Welle, Energie, Emotion, sie ist gewaltig und ist zart, sie berührt und trägt davon, lässt eintauchen, erinnern und vergessen, sie streichelt und wühlt auf. Sie berührt, jeden Menschen anders oder vielleicht auch gar nicht. Für sich ist sie nichts. Sie ist alles, wenn sie durch Menschen erfahrbar gemacht wird, wenn aus totem Papier Lebendigkeit und Gefühl wird.

Sie – die Musik aus Verdis Otello – wurde in den drei Monaten immer schöner. Otello zu singen war für mich wie eine Liebesgeschichte – sich kennenlernen, das erste Mal inmitten eines Opernchores sitzen und den Zauber dieser Musik spüren, sich näher kommen, von Worten und Tönen nicht mehr losgelassen werden, staunen, wenn plötzlich ein Klavier gegen ein Orchester getauscht wird, in dessen Klang die ganze Welt in Vergessenheit geraten kann, wenn es die Musik zum Leben erweckt, die nächste Begegnung erwarten, staunen, fühlen… bis irgendwann das Ende kommt, dessen Zeitpunkt von Anfang feststeht. Und für einen Moment denkt man dann „ja, Liebe pflegt mit Kummer // stets Hand in Hand zu gehen“.

Die kleine Schwester, Oberto. Sie hat etwas, das hin und wieder das Kribbeln nachempfinden lässt, auch sie kann zum Lächeln bringen. So einfach kann sie also doch nicht gestrickt sein, auch wenn nie mehr etwas sein kann wie Otello. Aber wieder blickte ich diese Woche Abend für Abend fasziniert auf das Orchester vor mir und ließ mich fallen in das, was kein doch kein Blick erfassen kann..

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