Undigestable

Anti-Trump poop. Who fed their dog with American cookies?

Leave a comment

Filed under curioso, Life in Gießen, Photography

On Privacy

There is something very private about public toilets. The moment you lock the door you are with yourself only, be it in a clean and friendly or in a yucky environment.

I must admit, I was not aware of this privacy being a key aspect of public toilets until I saw this totally public toilet in a coffee house in Vienna, Austria. I was left in disorientation and confusion – and with my very basic needs.

Public Toilet in Viena

For all those who would like to pee at Alt Wien Kaffeehaus – the door turns non-transparent when locked.

Leave a comment

Filed under curioso, En route

»Die Liebe ist der Herzschlag des gesamten Universums«

La Traviata Probe II

Es muss ihm wichtig sein, wenn er sagt „ich weiß, dass Sie das alle wissen“ und die Geschichte trotzdem erzählt.

Der Maestro nutz die kurze Pause, um sich mit seinem Taschentuch den Schweiß von der Stirn zu wischen und beginnt mit seiner kurzen Lektion zur wahren Geschichte hinter La Traviata, mit einem Ernst in der Stimme, die eine Betroffenheit vom Schicksal einer jungen Frau spüren lässt, deren Geschichte, deren Verletzungen und deren Glück heute kein Stück an Aktualität eingebüßt haben.

Die historische Vorlage der vom Wege abgekommenen biete Marie Duplessis, eine adelig klingende Namensfassade der unter erbärmlichen Verhältnissen in der Normandie geborenen Alphonsine Plessis.

Mit dem Taschentuch trocknet er wieder den Schweiß auf seiner Stirn und erzählt von dem Mädchen, sie sei in Armut aufgewachsen und bereits als Kind sexuell missbraucht worden. Seine Stimme lässt erahnen, er lege damit den Schlüssel für das Verstehen von Violettas Seele frei und spanne die emotionale Dimension dieser Geschichte auf.

"Die Liebe ist der Herzschlag des gesamten Universums" La Traviata im Stadttheater Gießen Foto: Rolf K. Wegst

»Die Liebe ist der Herzschlag des gesamten Universums«
La Traviata im Stadttheater Gießen (noch bis April 2017)
(Photo: Rolf K. Wegst)

Irgendwann habe sie ihre Schönheit entdeckt und wie diese sie aus ihrem miserablen Leben befreien könne. Sie sei nach Paris gegangen und habe sich dort einen Namen als Kurtisane diverser gewichtiger Herren gemacht. Dabei sei sie – natürlich – erkrankt. Sie habe sich schließlich verliebt, diese Seele, die sich an so viele Männer verkauft hatte, habe zum ersten Mal begonnen, unschuldig und rein zu lieben. Schließlich sei sie, schwindsüchtig wieder in der Armut gefangen, ihrer Krankheit erlegen, mit gerade mal 23 Jahren, während vor der Tür bereits die Gerichtsvollzieher warteten – ihren Tod erwarteten, um aus ihrem mit ihrer Aura behafteten Hab und Gut märchenhafte Profite zu schlagen. Heute liege sie auf dem Pariser Friedhof Montmatre begraben.

Die Geschichte der Traviata, vom Wege abgekommenen, sie handelt von der Liebe, die an einem Fleck in Violettas Seele keimt, der von allen Verletzungen geschützt worden war und ihr Heilung bringt. Leider vermag sie keine sozialen Konventionen zu durchbrechen, sodass sie letztlich an diesen selbst zerbricht.

In der Tragik und Dramatik unausweichlich mitreißend, doch am Ende steht nicht der Tod, sondern die Fähigkeit, trotz aller Verletzungen unschuldig und rein lieben zu können – wenn auch gefangen in den Unzulänglichkeiten des menschlichen Daseins, die Violetta der Einsamkeit überlassen.

Leave a comment

Filed under 17x., Chantez, chantez!, Teatro

More than a kiss

The other day I went to visit friends, a lovely couple, they made coffee and teased each other. Ultimately, one gave in and she gave her a tender smile and a kiss.

That was a lovely scene. It made me think of the first time I ever saw two women kiss, about one and a half decades ago, on TV. It had thrilled me to see that lesbians might really exist.

The scene at my friends’ touched me, for it let me feel that I am not alone having a – the, of course – world’s most wonderful women in my life. There’s more of us and we are wonderful.

Sadly, we are pretty much missed out in all these romantic Christmas movies. We definitely deserve one.

Anyway – a Merry Christmas to all you queer and gay and straight and whatever people!

Glitter and gay – wishing you loads of tender smiles and a merry Christmas!

Leave a comment

Filed under Queer

Ohrenzeuge

La Traviata-Probe I

Wie das Entsetzen nahbar machen, wenn die Musik noch zu lieblich erklingt, zu flach, zu alltäglich?

Der Maestro unterbricht und beginnt mit seiner weichen, tiefen Stimme gefasst, aber ernst zu sprechen. Da sei das ein Festival in Nürnberg gewesen, im Sommer, mit diesem Konzert in Ansbach, an diesem einen Tag. Er habe vor dem Festival-Gelände gestanden und ja auch nicht gewusst, wie es sich anhöre, wenn eine Bombe explodiere. Einen dumpfen Knall habe es getan, etwa 100 Meter entfernt. Erst die Vermutung, das sei vielleicht ein Teil der in der Nähe stattfindenden Bühnenshow. Dann aber hätten sich die Gesichter der Menschen verändert, die Fröhlichkeit sei weißen, leeren Blicken gewichen. Ein Selbstmordattentäter hatte sich in die Luft gesprengt.

Ein solches Entsetzen sei, das in La Traviata erklingen solle.

Zum ersten Mal einen Ohrenzeugen des Terrors gehört.

Leave a comment

Filed under Chantez, chantez!, Mein erstes Mal, Teatro

Abgefahren

20161019-tgv2

In Frankfurt einsteigen, am Mittelmeer wieder raus. Zwar nicht non-stop, dafür ohne Umstieg rast der TGV mit bis zu 320 Sachen Richtung Süden und kommt zum ersten Mal mit uns an Bord nach gut 1000 Kilometern und weniger als acht Stunden pünktlich in Marseille an. Fast wie fliegen – nur nahezu unschlagbar in Ökobilanz und Preis (Hin- und Rück-Fast-Flug für 80 Euro). Und das Glück darüber, auch als in Deutschland Lebende an der französischen Eisenbahn-Ingenieurskunst teilhaben zu dürfen. Allez les Bleus!

20161019-tgv1

1 Comment

Filed under En route, Mein erstes Mal

Zum ersten…zum zweiten…zum vierten!

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal an einer echten Versteigerung teilgenommen und beteiligte mich dabei, durch den Verkauf von herren- und damenlosen Fahrrädern Geld in die verschuldete Stadtkasse zu spülen. Verantwortungsbewusst leistete ich von allen den größten Beitrag und bin seither stolze Besitzerin eines Cube Analog – ein Fahrgefühl, das ich vermisst habe, seit ich vor eingen Jahren mein Mountainbike verkaufte und mich für ein Cross-Rad entschied. Fazit: Ein Fahrrad reicht einfach nicht aus. Zwei auch nicht. Drei sind schon ganz okay. Vier sind aber auch nicht schlimm.

Cube Analog, Foto digital, die perfekte Mischung

Cube Analog, Foto digital, die perfekte Mischung

1 Comment

Filed under Life in Gießen, Mein erstes Mal, Photography, Sporty Schrat