A Love Story

Es war ein aufregender Abend gewesen, als wir uns das erste Mal trafen. Überraschend, faszinierend, bewegend und unvergesslich. Von da an begleitete sie drei Monate lang meinen Alltag, teilte Emotionen und trug mich davon.

Zweieinhalb Jahre später sitze ich hier mit ihrer jüngsten Schwester. Am Anfang meinte jemand, die sei etwas einfacher gestrickt (heute sagt er mit strahlendem Gesicht nur ein Wort: „Geil!“). Mit tiefem Respekt möchte ich entgegnen „mag sein“. Doch bereits bei unserer ersten Begegnung vor einigen Wochen wurde offenbar, dass auch sie etwas dieser faszinierenden Schönheit in sich trägt, mit der ihre „ältere Schwester“ mich verzauberte. Der beiden Vater hatte mein Herz getroffen – er ist Giuseppe Verdi.

Und sie – sie ist unsichtbar. Sie ist Welle, Energie, Emotion, sie ist gewaltig und ist zart, sie berührt und trägt davon, lässt eintauchen, erinnern und vergessen, sie streichelt und wühlt auf. Sie berührt, jeden Menschen anders oder vielleicht auch gar nicht. Für sich ist sie nichts. Sie ist alles, wenn sie durch Menschen erfahrbar gemacht wird, wenn aus totem Papier Lebendigkeit und Gefühl wird.

Sie – die Musik aus Verdis Otello – wurde in den drei Monaten immer schöner. Otello zu singen war für mich wie eine Liebesgeschichte – sich kennenlernen, das erste Mal inmitten eines Opernchores sitzen und den Zauber dieser Musik spüren, sich näher kommen, von Worten und Tönen nicht mehr losgelassen werden, staunen, wenn plötzlich ein Klavier gegen ein Orchester getauscht wird, in dessen Klang die ganze Welt in Vergessenheit geraten kann, wenn es die Musik zum Leben erweckt, die nächste Begegnung erwarten, staunen, fühlen… bis irgendwann das Ende kommt, dessen Zeitpunkt von Anfang feststeht. Und für einen Moment denkt man dann „ja, Liebe pflegt mit Kummer // stets Hand in Hand zu gehen“.

Die kleine Schwester, Oberto. Sie hat etwas, das hin und wieder das Kribbeln nachempfinden lässt, auch sie kann zum Lächeln bringen. So einfach kann sie also doch nicht gestrickt sein, auch wenn nie mehr etwas sein kann wie Otello. Aber wieder blickte ich diese Woche Abend für Abend fasziniert auf das Orchester vor mir und ließ mich fallen in das, was kein doch kein Blick erfassen kann..

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Filed under Chantez, chantez!, Teatro

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