Realpräsenz im Licht

In der Welt muss etwas aus den Fugen geraten sein, wenn der größte evangelische Kirchenmusiker der Stadt während der katholischen Karfreitagsliturgie in der Passion den Jesus singt. Pandemische Ökumene. Mit einer an diesem Tag grenzüberschreitenden Botschaft: Dass die Liebe die Kraft ist, welche die Welt nachhaltig gestaltet.

Die Alternativen für die Osterfeierlichkeiten blieben in diesem Jahr überschaubar. Eine Quarantäne-Anordnung hatte Mitte März zudem meine Motivation zum Erliegen gebracht, das Wohnzimmer ständig in einen anderen Raum zu verwandeln, von Sporthalle zu Chorsaal zu Kirche zu Büro zu einfach nur Wohnzimmer und wieder zurück. Ich machte mich daher auf die Suche nach Orten mit etwas mehr Authentizität – bei ausreichender mobiler Konnektivität für den Livestream aus der Kirche.

Das Osterfeuer zündete ich im Garten an, Limo in der Hand und das Exsultet im Ohr. Zur Ostermesse habe ich mich schließlich in eine liebevoll geschmückte, weitgehend leere und stille evangelische Kirche gesetzt – auch das ein wenig pandemische Ökumene, in der ich mich ganz gut wiederfand. Würdig und recht. Zur Kommunion im Ohr gab es eine österliche Kerze in die Hand. Realpräsenz im Licht mit einem ansteckenden Strahlen.

Licht, um diese Welt nachhaltig mit Liebe zu gestalten – ob mit Ohren oder Händen.

Und den Segen dafür, den gab es schließlich noch live.

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